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Yoga braucht Zeit

Aktualisiert: vor 1 Tag



Wenn wir von so manchen Kursen lesen, klingt es oft nach großen Versprechen: volle Transformation, neues Lebensgefühl, neuer Körper, neues Ich. Zehn Wochen, die alles verändern sollen.


Für manche Programme mag das stimmen. Die Wahrheit ist: In einem 10-Wochen-Yogakurs passieren selten Wunder im spektakulären Sinne. Niemand wird über Nacht extrem beweglich. Keine Asana sitzt plötzlich perfekt. Und kein Leben wird auf magische Weise stressfrei.


Und trotzdem können diese zehn Wochen viel bewegen.


Nicht unbedingt auf eine laute oder offensichtliche Art. Auf körperlicher Ebene sind die Veränderungen oft leise, passieren im Hintergrund, sodass wir sie vielleicht kaum spüren. Vielleicht fühlt sich dein Nacken etwas freier an. Vielleicht bewegen sich deine Schultern ein bisschen leichter. Vielleicht spürst du deinen Atem bewusster. Vielleicht fühlt sich dein Körper nach und nach vertrauter an, weniger wie etwas, das funktionieren muss, mehr wie ein Ort, in dem du wirklich zuhause bist.


Das sind keine spektakulären Vorher-Nachher-Effekte. Aber es sind echte Verschiebungen. Kleine, aber nachhaltige. Und oft sind es genau diese Veränderungen, die bleiben – oder später größere Entscheidungen ins Rollen bringen.


Yoga kann gleichzeitig auf einer ganz anderen Ebene sehr tief wirken.


Wenn Sätze fallen wie: „Ich weiß nicht, ob ich es schaffe, mir jede Woche diese Zeit zu nehmen“, kann ich das gut nachvollziehen. Unser Alltag ist voll, und sich selbst regelmäßig Raum zu geben, ist oft schwerer, als es klingt. Umso schöner ist es zu sehen, wenn jemand nach ein paar Wochen merkt: „Ich bin drangeblieben. Ich hab es geschafft."



Vielleicht ist es für dich in diesen zehn Wochen ein großer Schritt, regelmäßig zu kommen – trotz Müdigkeit, trotz innerem Widerstand, trotz „Ich hab eigentlich keine Zeit“. Vielleicht überwindest du deinen inneren Schweinehund und merkst: „Ich kann mir selbst etwas Gutes ermöglichen."


Vielleicht triffst du eine Entscheidung, die längst überfällig war: dich selbst wieder ernster zu nehmen. Dich nicht immer hinten anzustellen. Deinen eigenen Bedürfnissen mehr Raum zu geben. Und ja, das kann viel verändern, kann riesig sein.


Denn manchmal liegt die größte Entwicklung nicht darin, wie tief wir in eine Haltung kommen. Sondern darin, wie sehr wir anfangen, uns selbst zu vertrauen. Wie wir merken: „Ich habe Einfluss. Ich darf Prioritäten setzen. Ich kann Verantwortung für mein Wohlbefinden übernehmen."


Und gleichzeitig sind zehn Wochen oft nicht das Ziel, sondern der Anfang. Wenn man dranbleibt – einmal pro Woche, Monat für Monat – verändert sich der Körper mit der Zeit spürbar. Man wird stabiler, kräftiger, beweglicher. Bewegungen fühlen sich sicherer an, der Atem ruhiger, der Alltag manchmal ein kleines bisschen leichter.


Stell dir vor, diese zehn Wochen sind nur der Anfang eines ganzen Jahres Yoga. Ein Jahr, in dem du regelmäßig atmest, dich bewegst, innehältst. Ein Jahr, in dem dein Körper langsam stärker wird, dein Nervensystem ruhiger, dein Umgang mit Stress weicher. Vielleicht fühlt sich dein Rücken nach einem Jahr anders an. Vielleicht gehst du aufrechter durchs Leben. Vielleicht hast du ein Ritual gefunden, das dich immer wieder zu dir zurückbringt.


Yoga braucht Zeit. Und genau darin liegt seine Kraft.


Ich begleite diese Reise sehr gerne. Ich möchte einen Raum schaffen, in dem Entwicklung möglich ist, ohne Druck, ohne Perfektion, ohne Vergleiche. Einen Raum, in dem du wachsen darfst, in deinem Tempo, auf deine Weise.


Manchmal sind es genau diese leisen Veränderungen, die (auch mich) am meisten bewegen.



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